Gute Nacht Steve McQueen Der lange Weg zum Ruhm
Steve McQueen ist ein armes Würstchen. Er hasst seinen Namen, den er seiner Mutter verdankt und er ist nicht besonders erfolgreich. Denn leider ist er keineswegs der Schauspieler Steve McQueen, sondern eben nur ein dreißigjähriger Typ aus London, der hauptberuflich in einer Band spielt, gern lange schläft, die Bacardi Breezers seiner Freundin wegtrinkt und nebenher in einer Videothek jobbt.
Das Leben so schön sein, auch wenn die Kohle knapp ist. Der Sex geht in Ordnung, könnte zwar etwas mehr sein, aber wer beschwert sich? Allison, seine Freundin, tut das. Sie ist recht erfolgreich im IT-Bereich und bekommt einen Job, der sie für ein halbes Jahr nach Brüssel führen wird. Keine gute Entwicklung für Steve. Er soll sich innerhalb dieser sechs Monate um einen richtigen Job kümmern. Oder zumindest einen Plattenvertrag an Land ziehen, um doch mal etwas mehr Geld zu verdienen. Immerhin wird er langsam zu alt für diese Spielereien, sagt Allison. Und sie verlässt ihn sonst. Weil er seine Freundin liebt, setzt er alles daran, sie nicht zu verlieren. Let’s roll, Baby, am Ende kommt eh alles anders, als man denkt…
Louise Wener hat ein mitreißendes, lustigtrauriges Buch geschrieben. Auch wenn es stark an High Fidelity (Nick Hornby) erinnert, baut es doch eine eigene Atmosphäre auf, die zu fesseln vermag. Vielleicht ist es gerade deshalb so lesbar, weil man den Helden gut verstehen kann. Er hat die gleichen Probleme, wie jeder von uns: Das andere Geschlecht, Geld, Vertrauen, Misstrauen, Pleite, Singlesein. Oder bleibt doch alles anders? Bleibt es, ganz sicher. Lesen, unbedingt!
[Klaus Esterluß]
Erschienen bei Rowohlt, Taschenbuch, 9,90€